Fünf Tage am Pazifik

Fünf Tage am Pazifik

Wir erkundeten die uns unbekannte Ostküste der neuseeländischen Nordinsel. Leider hatten wir dafür nur 5 Tage Zeit. Am Dienstagnachmittag begann unser Trip. Von Auckland einmal quer durchs Landesinnere bis zur Stadt Napier. Von dort aus an der Pazifikküste wieder zurück.

 Da wir den Camper nicht an einem Sonntag zurückgeben konnten, beschlossen wir kurzfristig den Trip um einen Tag zu verkürzen. Deswegen folgten wir dem Weg zurück durch den Raukumara Forrest National Park und versuchten so am Samstagnachmittag wieder auf der Couch zu sitzen.

Wir nehmen es gleich vorn weg; wir hätten gern mehr Zeit gehabt. Was uns auf unserer ersten Reise zu dritt erwartete ?!

Hier vorab eine Zusammenfassung :

Länge: ca 1.100 km

  • Highways: 20, 1, 5, 2,
  • passierte Städte: Hamilton, Cambridge, Gisborne, Whakatane, Tauranga
  • besichtigte Städte: Taupo, Napier, Mahia, Opotiki
  • Anzahl der Übernachtungen: 4
  • Anzahl der freien Campingplätze: 2
  • Anzahl bezahlter Campingplätze: 2
  • Sehenswürdigkeiten: Waikato River, Lake Taupo, Waipatiki Beach, Napier Art Deco City, Hawke Bay Mahia, Raukumara Forrest Park, Manganuku Track und Opato Stream, Ohiwa Beach

Einmal im Leben, mit dem Camper beide Inseln Neuseelands umrunden.

Das hätten wir nach Abschluss dieses Ausflugs auf unserer Wunschliste auch abgehakt. Nur einen Punkt auf der Liste abhaken, sollte allerdings keineswegs das Ziel sein, denn uns lockte viel mehr die bezaubernde Natur des Ostens. Diese Region der Nordinsel war der einzige Küstenabschnitt, welchen wir bis jetzt noch nicht kennengelernt haben. Also sollte uns der Weg dort hin ins Unbekannte führen.

Gesagt – getan!

Die erste Reise zu dritt …

begann mit dem Abholen des Campers. Dabei haben wir auch die erste Herausforderung gemeistert. Da wir uns beim Campen immer selbst verpflegen, hatten wir etliches an Gepäck. Also versuchen ein Taxi zu finden, welches uns mit Kind und Kegel zu Tui Campers fährt und dabei nicht unser Budget sprengt. Gefühlt hätte der Fahrer noch weitere 20 Rucksäcke in sein kleines Taxi bekommen. Günstig war es nicht. Die Fahrten kosten sehr unterschiedlich. Wir sind diese Strecke schon oft gefahren und hatten von 35 bis 90 NZ$ alles dabei.

Nach der Übergabe bei Tui Campers fuhren wir noch am Nachmittag eine Strecke von über 130 km. Dafür benötigten wir 3h. Die Straßenverhältnisse sind nicht immer mit denen in Deutschland vergleichbar. Der Weg von Auckland führt auf dem Highway 20 auf die Autobahn 1. Je ländlicher wir kamen, umso ruhiger und idyllischer wurde es! Beim Durchfahren der Stadt Hamilton/ Cambridge konnten wir uns erklären, weshalb diese Region als einer der Drehorte der Herr der Ringe – Trilogie ausgewählt wurde. Direkt vom Straßenrand aus fanden wir Wegweiser zu kleinen Tracks. Auf diesen kann man durch die schönen grünen Hügel am Fuße eines kleinen Baches laufen. So wird jeder Wandernde direkt das Feeling des Auenlands wahrnehmen. Hier sind allerdings weniger Hobbits, anstatt Tausende von grasenden Schafen zu finden.
An einem freien Campingplatz übernachteten wir direkt am Waikato River. Den Moana Roa Reserve Campground können wir aufgrund der schönen Kulisse am Fluss und mit direktem Blick auf die grünen Hügel und Farnbäume empfehlen. Die Hauptstraße führt direkt an dem Campingplatz vorbei, aber hey, er ist frei und man ist am nächsten Morgen schnell wieder on the road.

 

 

schlafen direkt am Waikato River

Nach der ersten Übernachtung

führte uns der Weg nach Taupo. Dort angekommen machten wir einen Spaziergang an der Promenade, welche für uns nicht besonders erwähnenswert ist. Der Vulkansee ist von hier nicht annähernd so schön zu bestaunen wie auf einer der angebotenen Boots/Segeltouren. Das Wasser ist so glasklar, ihr werdet regelrecht das Bedürfnis haben, direkt vom Boot hinein zu springen. Als Highlight fährt man zu der knapp 10 Meter hohen, in Fels gehauenen Maori-Kunst. Die Arbeit ist von einem Steinmetz der Neuzeit aber nicht weniger spektakulär und eines der Sehenswürdigkeiten Taupos.

Wenn ihr also nicht vorhabt, den See vom Wasser aus zu erkunden, empfehlen wir, Taupo als Stadt auszulassen und stattdessen den Thermal Track kurz vor Taupo zu laufen, dabei die Craters of the Moon zu besuchen und vielleicht ein Bad in einer der heißen Quellen zu nehmen.

Dem Highway 5 in Richtung Napier folgend, entschieden wir uns für 40 NZ$ am Waipatiki Beach Holiday Park zu übernachten. Dieser liegt eine halbe Stunde Autofahrt nördlich von Napier entfernt und ist mitunter einer der schönsten Plätze , die wir je gesehen haben. Es lohnt sich! Er liegt etwas abgelegen in einem Tal und belohnt seine Besucher mit einem goldenen Sandstrand. Die Bucht eignet sich super zum Baden. Um zum Wasser zu gelangen, läuft man entweder direkt durch einen kleinen Fluss, welcher ins Meer mündet oder geht trockenen Fußes eine große Runde außen herum. (Zieht euch vorher Sachen an, die nass werden können und geht gleich durch den Fluss. Man wird nur ca. bis zur Hüfte nass und es macht Spaß 🙂 )
An diesem Tag waren wir nahezu allein auf dem Platz. Nach einer heißen Dusche liegen wir mit geöffneter Heckklappe und Blick auf die Bucht im Camper, das Kind schnarcht im Arm und wir sind uns einig: Für kein Geld der Welt wollen wir diesen Augenblick tauschen.

Nach der zweiten Übernachtung

verließen wir das Idyll und besichtigten die schöne Stadt Napier. Sowohl an der Nord- als auch an der Ostseite kann man einen weiten Strand erkunden. Der Strand an der Marine Parade ist grau und grob, aber die Farben des Wassers und des Himmels haben uns an diesem Tag einfach umgehauen. Dieser Abschnitt ist ziemlich gut ausgestattet mit Parkplätzen, sauberen Toiletten, Umkleiden und jeder Menge Spielplätzen.
Direkt dahinter schließt sich das in Teilen restaurierte Art Deco Stadtzentrum an.

 

Marina Parade Napier

Nachdem wir den Vormittag in Napier verbrachten, fuhren wir 2 Stunden an der Ostküste. Den Blick immer auf den Pazifik gerichtet und dem dem North Island Pacific Coast Highway folgend.

Der Opoutama Beach Freedom Campground bot uns eine weitere kostenlose Übernachtungsmöglichkeit. Der Strand nahe der kleinen Stadt Mahia ist weit; nur an einem kleinen Abschnitt, am Anfang darf man im self-contained Camper übernachten. Den Rest des Strandes erkunden wir gerne zu Fuß und wieder wird es eine dieser Nächte sein, in der wir aus dem Auto auf das Wasser gucken können. Wir fühlen uns wohl bis Abends die Ersten eher rücksichtlosen Teens auftauchten.
Scheint ein beliebter Ort der hiesigen Dorfjugend zu sein, die sich Gras rauchend hinter der Toilette versteckten.

Am nächsten Morgen waren auch weitere Camper angereist, die sofort drängelnd und böse blickend nach ihrem offensichtlichen Stammplatz forderten – ein älteres Ehepaar. Die beiden waren derart angefixt, dass sofort, nachdem der Trailer an einem geeigneten, wenn auch nicht gewünschten Platz abgestellt wurde, die Blumenkästen demonstrativ als Abgrenzung niedergestellt und die Markise ausgefahren wurde.

Lustig finden wir – eigentlich hätten sie uns nur fragen müssen, denn wir waren eh so gut wie auf dem Sprung.
Wem also die Nähe nichts ausmacht, der ist dort genau richtig.

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Nach der dritten Übernachtung

fuhren wir weiter am Pazifik in Richtung Gisborne. Diese Region scheint ein sehr fruchtbares Wein – und Obstanbaugebiet zu sein. Leider nahmen wir die Chance nicht wahr, die Stadt Gisborne zu besichtigen, da wir beabsichtigten, die Rere Falls zu erkunden. Die Rere Falls sollten eher ein Zwischenziel sein, denn 2 km hinter ihnen schließt sich eine natürlich geschaffene Felsrutsche an. Den Felsen in Badehose runter rutschen und ins Wasser fallen – das sollte das Ausflugsziel sein. Hier ein kleiner Tip – besagtes Ziel ist nur von Gisborne über eine 36 km lange asphaltierte Straße zu erreichen. Wer aus anderer Richtung kommt, muss auf Umwegen und über Stunden auf einer Schotterpiste fahren, um es zu erreichen. Es macht also wirklich nur Sinn, den ausgeschilderten Weg von Gisborne aus zu folgen.
Seid auf keinen Fall so dämlich wie wir und versucht es von der anderen Seite.

Wir folgten also dem Highway 2 durch den Raukumara Forrest National Park.

Der Weg durch den Nationalpark ist ca. 150 km lang. Obwohl Google anzeigt, dass wir 2 Stunden benötigen, brauchten wir in Echtzeit viel länger. Unser vergeblicher Versuch, die Wasserfälle über die erwähnte Schotterpiste vom Highway aus zu erreichen, scheiterte also kläglich.

Wir legten daher einen kurzen Stop am Manganuku Bridge Campgroud ein. Hier kann man über die gleichnamige alte Holzbrücke und den ebenso gleichnamigen Track hinauf in die Berge laufen.

Als wir dort mit den Füßen im klaren Flusswasser des Campground standen und die einzigartigen Farnwälder des Parkes sahen, war unsere Wasserfallaktion auch schon wieder vergessen und wir hatten ein kleines Highlight für den heutigen Tag. Was wir jetzt noch nicht ahnen, ist das …


… die letzte Übernachtung in Opotiki

zum nächsten Highlight wird. Am Ohiwa Beach Holiday Park übernachten wir am letzten Abend unserer Reise.

Der Park ist vergleichsweise teuer und uns wurde hier sogar das 6 Monate alte Baby mitberechnet. Dafür konnte unser Kind an diesem Abend sogar in einer Babywanne baden, welche im Duschbereich für Frauen bereitstand. Diesen Luxus gibts nicht mal bei uns zu Hause 🙂 .
Spaß bei Seite mit Kindern seid ihr dort echt gut aufgehoben. Von Außenpool bis Luftkissen und Spielplatz alles vorhanden.
Uns beeindruckte wieder einmal die Lage direkt hinter der Düne, der feine weiche, dunkle Sandstrand, der ewig weit ist. Wunderschön!

Am nächsten Morgen geht es schon wieder nach Hause und wir hatten echt Glück, das unser Kind die lange Autofahrt so gut meisterte. Wie anfangs schon erwähnt, hätten wir mehr Zeit für unsere Route gebraucht.
Dennoch haben wir uns in den fünf Tagen gut erholt. Es lässt uns mal wieder daran erinnern, warum wir das alles machen und das wir glücklich sind, hier sein zu dürfen.
Die Region um Napier hat uns besonders gut gefallen.

Dieser Beitrag hat 6 Kommentare

  1. Maria Fliege

    Sehr schön geschrieben, mit kleinen Zeilen zum schmunzeln, die uns Lesern auch private Einblicke erlauben. Das macht ihr super!

    1. Anna & Markus

      Du bist ein Schatz Maria, danke!
      Schön das es dir so gut gefällt, wir freuen uns immer über Feedback.

  2. Luisa

    Schön geschrieben… man bekommt gleich Lust euch zu besuchen.😊
    Weiterhin viele spannende Abenteuer und schöne Weihnachten.💫

    1. Anna & Markus

      Lieben Dank, wir wünschen euch auch schöne Weihnachten! Trotz Covid Regeln, ich bin sicher ihr macht was daraus.

  3. Micha

    Toll geschrieben, ihr seit meine 3 Helden 😘😘😘

    1. Anna & Markus

      Ohh wie süß 😘 danke danke danke.

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