Geburt im Ausland

Das Kind kommt während unserer Weltreise. Einige haben uns für verrückt erklärt.

— Anna & Markus —

Verschaff dir einen Überblick:

Dad holds Baby

Ein paar mehr Worte, um genau zu sein 🙂
Wie auch auf der schwanger Reisen Seite teilen wir hier einen der intimsten Momente unseres Lebens. Und auch hier soll es denjenigen, die sich im Ausland befinden oder die Geburt im Ausland planen, eine Hilfe sein. Wir geben unsere Informationen weiter und teilen unsere Erfahrungen und Erlebnisse mit euch, sodass ihr vielleicht das ein oder andere mitnehmen oder für euch besser gestalten könnt.
Wir geben aber auch ein Wort der Warnung. Unserer Erfahrung nach ist die Welt auf diese ,,Art“ – sein Kind nicht in Deutschland im Krankenhaus zu bekommen – nicht eingestellt. Und sicher werden Menschen in eurem Umfeld mit Unverständnis und Ablehnung reagieren. Wir wollen euch ein Stück der Kraft und den Mut geben und sagen euch auch hier: ,,Es lohnt sich in jeder Sekunde. Wir haben so unglaublich viel Zeit füreinander gemeinsam zu einer Familie zu wachsen. Und die Kinder wachsen so schnell! Die Meisterleistung, welche von den Eltern abverlangt wird, zu teilen, sodass man sich gut auf Situationen einlassen kann und es weniger stressig für alle sein muss“

Diese gemeinsame Zeit wird euch niemand nehmen; GENIEßT SIE!

Wir wünschen euch bei der Realisierung eurer Träume und der werdenden Familie alles alles Gute!

Liebe Grüße

Markus und Anna

Bereits auf der schwanger Reisen – Seite hatten wir das Wichtigste erwähnt, Gesundheitssystem und Visakonditionen. Schauen wir hier etwas genauer …

  • Welches Land und wie gelange ich dorthin?
  • Wie ist die medizinische Versorgung? Ist diese ausreichend?
  • Welches Visum oder welche Aufenthaltsgenehmigung benötige ich? Wie lange darf ich damit im Land bleiben?
  • Hebamme; Geburts- oder Krankenhaus 
  • Miete ich ein Hotelzimmer oder eine kleine Wohnung, um die ersten Monate vor und nach der Geburt zu bleiben?
  • Wie komme ich an Reisedokumente, Reisepässe, Geburtsurkunden? 
  • Ist ein Konsulat in der Nähe?

Info brochureCheckt die Visakonditionen! Sie können euch unter Umständen viel Geld sparen. Bestimmt gibt es solche Modelle auch in vielen anderen Ländern. Aus Neuseeland können wir berichten: Wer ein Arbeitsvisum genehmigt bekommt, welches über mindestens 2 Jahre gültig ist, der hat Anspruch auf founded Maternity Care. Dies gilt auch, wenn die Schwangerschaft bereits besteht und bezieht sich nicht nur auf die schwangere Frau, auch der werdende Vater wird berücksichtigt. Es ist also egal, wer von beiden Elternteilen das Arbeitsvisum hat, eines reicht aus, um dem Kind Anspruch auf Maternity Care zu gewährleisten, übrigens auch wenn man nicht verheiratet ist. Unter den Bereich founded Maternity Care zählt unter anderem die kostenlose Betreuung und Vorsorge durch eine Beleghebamme, die Geburt im Geburts – oder Krankenhaus und die Nachsorge der Hebamme zu Hause.

Die Dauer des Aufenthaltes peilten wir ein Jahr an. Kinder lernen alles neu! Jedes Geräusch, Körperkontakt, stressige Situationen, Gefühle! Es muss eine grauenvolle Vorstellung sein, wenn dann noch die gerade sicher gewonnene Umgebung ständig wechselt. Daher sollte man vielleicht davon absehen, gleich im zweiten oder dritten Monat weiter zu reisen. Lieber kann man sich an den täglich neu dazu gelernten Fähigkeiten seines Kindes erfreuen. 

Was ebenso in Betracht gezogen werden muss: Die Eltern sollten sich auch gut erholen können. Denn nach der Geburt ist der ,,Kraftakt“ noch nicht vorbei. Heilung, Kontrolle, Stillen – oder Fläschchen, das aneinander gewöhnen, Stress, schlaflose Nächte, vielleicht auch mal Ärger und die ein oder andere verzweifelnde Situation.

Wir haben von Deutschland aus versucht, heraus zu finden, wie viel eine Geburt in den verschiedensten Ländern kostet. Leider ohne Erfolg! Nicht mal eine grobe Schätzung.

Natürlich ist dies auch von Schwangerschaft/Geburt und der Familie abhängig. Der eine möchte mehr Betreuung, der andere braucht sie aus medizinischen Gründen vielleicht intensiver.

Aus Neuseeland können wir berichten, wie so eine unkomplizierte gewöhnliche Schwangerschaft und Geburt begleitet wird …

 

Betreuung durch eine Hebamme: 

Untersuchungen vor der Geburt (7 Termine a 63,25 NZ$) = 442,75 NZ$

Beleghebamme während der Geburt 1400 NZ$

Nachgeburtliche Untersuchungen (4 Termine a 70,23 NZ$) = 280,92 NZ$

 

Geburt im Geburtshaus:

Aufenthalt im Geburtshaus mit allen Leistungen wie Räumen, Wanne, Dusche, Handtücher etc. (je 24 h inkl. 3 h Aufenthalt nach der Geburt) = 3500 NZ$

Geburt im Krankenhaus:

24 h Aufenthalt auf einer postnatalen Station = 1600 NZ$

Krankentransport = 800 NZ$

Kaiserschnitt = 2700 NZ$

OP-Team = 650 NZ$

Funktioniert in Neuseeland über die Plattform findyourmidwife

  • voraussichtlichen Entbindungstermin angeben
  • Region/Standort auswählen
  • Wunschvorstellung wie Krankenhaus/Geburtshaus oder Hausgeburt angeben

Damit werden dir die zur Verfügung stehenden Hebammen mit Profilfoto und kurzer Beschreibung angezeigt. Über die Plattform kann man direkt Kontakt aufnehmen.

Auf diese Weise lernten wir unserer Hebamme Samantha kennen. Den ersten Kontakt zu ihr hatten wir ca 10 Wochen vor dem berechneten ET. Den ersten Termin mit ihr dann 8 Wochen vorher. Nach der Geburt hat sie uns 6 Wochen unterstützt. Die Anzahl der Hausbesuche in den ersten 6 Wochen mit Baby war uns freigestellt.

borthcare or hospital for birth?Schon bei der Wahl der Hebamme fällt teilweise die Entscheidung, ob man im Krankenhaus oder lieber im Geburtshaus entbinden will/darf. Es hängt unter anderem von der individuellen Entscheidung und von der Tatsache ab, ob die Hebamme die Art der Geburt betreut oder nicht. Oft haben sich Hebammen auf bestimmte Gebiete wie Hausgeburten spezialisiert. Jeder muss für sich selbst entscheiden – es gibt viele Pro und Kontra für beide Seiten.

In den folgenden zwei Abschnitten könnt ihr über beide Seiten Informationen erhalten, ums euch so ein eigenes Urteil zu bilden.

Wer vor hat im Geburtshaus zu entbinden, der muss sich über eines im Klaren sein: ,,Treten Komplikationen egal welcher Art auf, ist ein Transport in das Krankenhaus mit der Notfallambulanz zwingend notwendig“. Ihr solltet also vorher darüber nachdenken, ob ihr lieber auf Nummer sichergeht oder den Transport unter Wehen scheut.

… lernten wir um Zuge der Termine mit unserer Hebamme kennen, da wir hier zur Sprechstunde empfangen wurden. Schon bald darauf konnten wir einen Besichtigungstermin vereinbaren und uns die Geburtsräume ansehen, sowie die Zahlungsmodalitäten abklären. Das Geburtshaus wurde 2018 komplett renoviert. Die Räume verfügen über Badewannen, Liegen, Sofas und Bad mit eigener Dusche und Toilette. Man kann Gemeinschaftsräume wie Küchen und Equipment nutzen. Der Geburtsraum ist groß und genügend ausgestattet. Es bietet sich die Möglichkeit seine eigene Musik über Lautsprecher laufen zu lassen, das Licht wie gewünscht zu dimmen oder, wem es gefällt, Düfte über einen Diffuser abzugeben. Kurz: ,,Es gibt alles, was das Herz begehrt.“ Alles ist in einem Festpreis integriert. Sollte der Fall eintreten, dass man nicht auf natürliche Weise im Geburtshaus entbinden kann oder einen Krankentransport in das Krankenhaus möchte, dann kommt das Geburtshaus einen Schritt auf die Eltern zu und man bekommt einen Anteil der Kosten zurück. Wer möchte und die ersten Tage nach der Geburt nicht allein zu Hause verbringen will, kann sich im BirthCare ein Zimmer mieten, auch mit Partner und sogar, wenn man im Krankenhaus entbunden hat. Hierbei ist dann eine Rundumbetreuung durch Hebammen gewährleistet. Wir haben hier die Erfahrung gemacht, dass das gesamte Personal äußerst freundlich und vor allem verrückt nach Babys ist.

Auf der Entbindungsstation im Auckland City Hospital ist eine 1 zu 1 Betreuung Standard. Hier hat man die Wahl, seine Beleghebamme mitzubringen oder sich von den Hebammen des Krankenhauses betreuen zu lassen. Die sogenannten birthing units sind nicht super modern wie das birthcare eingerichtet, jedoch bieten sie ebenso eine Wanne und ein Bett, sowie ein Bad mit eigener Dusche und Toilette. Plus durch riesigen Fensterfronten und der Lage im obersten Stockwerk des Krankenhauses, einen wunderschönen Ausblick über die gesamte Stadt. Wer sich vor dem Krankenhaus fürchtet oder die Gruselgeschichten von schlechter Betreuung und Gewalt unter der Geburt gelesen hat, dem können wir hier nur Mut zusprechen. Wir wurden während unseres gesamten Aufenthalts ausnahmslos von allen Hebammen, Ärzten, Schwestern vorbildlich betreut. Einen herzlicheren Umgang kann man sich tatsächlich nicht wünschen. 1 zu 1 Betreuung wird sogar so ernst genommen, dass die Hebamme während wirklich jeder Minute ihrer Abwesenheit für Ersatz sorgt. Wir haben dies teilweise für gar nicht notwendig empfunden, was wir jedoch zum Ausdruck bringen wollen, ihr werdet niemals allein gelassen und zu jeder Sekunde freundlich behandelt. Jeder Eingriff wird bestens kommuniziert. Wenn man unter der Geburt nicht ansprechbar ist bemerken dies die Mitarbeiter sofort und besprechen alles notwendige mit eurer Begleitperson.

Sobald man schwanger ist sucht man sich einen LMC (Lead Maternity Carer). Der kann sein: Eine Hebamme, ein GP (gereral practitioner), oder ein Gynäkologe. Letzteres ist eher selten, da man diesen in jedem Fall selbst bezahlen muss und man überhaupt, Gynäkologen nur sieht, wenn gewünscht oder es irgendwelche Probleme in der Schwangerschaft gibt. Ansonsten werden Vorsorge Untersuchungen von der Hebamme oder dem GP erledigt.
Wer im Krankenhaus entbindet, braucht nicht zwingend eine Beleghebamme und geht wahrscheinlich zur Vorsorge weiterhin zum GP. Wer jedoch im Geburtshaus entbinden möchte, braucht dringend eine Beleghebamme und zwar eine, die auch mit dem gewünschten Geburtshaus zusammen arbeitet. Die Termine vor der Geburt sind essentiell wichtig für die Geburt. Sie sind eine Art Bestandsaufnahme der Schwangerschaft, um daraus Komplikationen während der Geburt zu vermeiden. Eine Geburt im Geburtshaus ist an bestimmte Bedingungen geknüpft, Diabetespatientinnen oder Mehrlingsgeburten werden lieber gleich ins Krankenhaus verlegt.
Nach der Geburt dienen die Termine mit der Hebamme dem Beobachten der Genesung der Mutter und wesentlichen Dingen, die sich um die Gesundheit des Kindes drehen.

Wir können an dieser Stelle von unsere Erfahrungen berichten:

In der 30. Schwangerschaftswoche lernten wir unsere Hebamme kennen. Bis zum errechneten Geburtstermin trafen wir uns in den ersten Wochen vierzehntägig und dann vier Wochen vor errechnetem Geburtstermin wöchentlich. Nachgeburtliche Untersuchungen hatten wir direkt am ersten Tag nach der Geburt. Im Anschluss vergrößerten sich die Abstände der Termine auf zwei- bis fünftägige Rhythmen. Wir empfanden die Art der Betreuung als ausreichend, sinnvoll und in Neuseeland als sehr professionell. Die Art und Intensität der Betreuung ist jedoch immer von Fall zu Fall und von Schwangerschaft und Komplikationen abhängig und individuell zu bewerten.

Die folgenden Stichpunkte sollen kurz thematisch verdeutlichen, welche vor- und nachgeburtlichen Untersuchungen in Neuseeland vorgenommen werden.

Vor der Geburt:

  • medizinische Anamnese (Vorerkrankungen, Allergien etc.)
  • Geburtsplan (z.B. Wann ist es Zeit in das Geburts- oder Krankenhaus zu gehen? Wassergeburt, Durchtrennen der Nabelschnur, Wie gehen wir bei Komplikationen vor? Usw.)
  • Geburtsvorbereitungen (Massagen und Akupressur)
  • diverse Bluttests (Eisenwerte etc.)
  • regelmäßiges Abtasten des Bauches zu den Terminen – dabei Herztöne des Kindes untersuchen, Lage und Größe des Kindes beobachten
  • Urintests

Nach der Geburt:

  • regelmäßige Visite der Mutter nach einer natürlichen Geburt oder nach einem Kaiserschnitt (Wundversorgung etc.)
  • regelmäßige Visite des Kindes (visuelle Prüfung der Haut, Dehydration, Ernährungszustand, Nabelschnur etc.)
  • Thema: Stillen und Ernährung (Brustpumpe, Nahrungsergänzung?)
  • regelmäßige Gewichtskontrolle des Kindes etc.

Dokumente müssen organisiert werden. Diese sind teilweise unersetzlich und sichern den Fortbestand der weiteren Reise. An dieser Stelle meinen wir explizit das Beschaffen einer Geburtsurkunde und das Beschaffen eines Reisepasses. Wer die Möglichkeit hat, die Geburt im Ausland zu realisieren, der sollte sich Gedanken machen, wie man an wichtige Dokumente kommt und welche man für das weitere Reisen benötigt. In erster Linie ist die Grundvoraussetzung eine gültige Geburtsurkunde zu besitzen. Mit dieser können dann alle weiteren Anträge beim deutschen Konsulat gestellt werden.

Worüber sollte man sich Gedanken machen?

  • An welche Dokumente denke ich vor Reisebeginn (ggf. Geburtsurkunden der Eltern? Vaterschaftsanerkennung oder Eheurkunde der Eltern?)
  • Welche Dokumente muss ich vor Reisebeginn besorgen oder beantragen?
  • Wie komme ich nach der Geburt an die Geburtsurkunde oder wo kann ich sie im Land beantragen?
  • Ist eine deutsche Botschaft oder ein Konsulat in der Nähe?
  • Kann ich dort einen Reisepass beantragen und welche Dokumente – ggf. auch die der Eltern werden dazu benötigt?
  • Gibt es ein Beantragungsverfahren, kann ich persönlich Termine wahrnehmen, um bestimme Fragen zu klären?
  • Wie lange dauert die Beantragung der erforderlichen Dokumente und überschneidet sich die Zeit mit meinem Abreisedatum?

Wir erinnern uns an die Zeit in Neuseeland und …

können schildern, dass die Beantragung der Geburtsurkunde ziemlich einfach und Online zu erledigen war. Nachdem das Formular ausgefüllt und der zuständigen Behörde zugesandt wurde, setzte sich diese mit dem von uns angegebenen Krankenhaus in Verbindung, und wir bekamen ca. drei Wochen später Post mit den zwei bestellten Geburtsurkunden. Alles was wir dazu benötigten war eine Postadresse. Unserer Erfahrung nach kann die Postadresse auch die Adresse eines Hotels sein. Die Beantragung des Reisepasses ist im Gegensatz dazu ein wenig umfangreicher. Hierfür werden, neben einem Termin beim Konsulat, ein Antag, 2 biometrische Passfotos – ja auch von Neugeborenen, die Geburtsurkunde und noch weitere Dokumente benötigt. Da wir noch eine Weile in Neuseeland bleiben, schieben wir die Beantragung noch ein wenig vor uns her, berichten dann aber dazu später noch einmal detaillierter.

vaccines for babys
Nachdem die Behandlung und die Nachsorge der Hebamme beendet ist, wird man in der Regel nach einer bestimmten Wochenzahl an den Haus- oder Kinderarzt übergeben. Hier kann einer der wichtigsten Punkte thematisiert werden. Die Immunisierung gegen bestimmte Krankheiten! Aber wieso ist es wichtig zu immunisieren? Babys sind normalerweise mit einiger passiver Immunität gegen bestimmte Krankheiten ausgestattet. Diese passive Immunität allein kann aber nicht vollen und rundum Schutz gegen ernsthaftere Krankheiten bieten. Daher ist es wichtig Kinder in der richtigen Reihenfolge und in der bestimmten Alterswoche zu impfen.

In vielen Ländern ist die Immunisierung entweder empfohlen oder sogar vorgeschrieben. Wer zum Beispiel vor hat, sein Kind in Neuseeland in einen Kindergarten zu integrieren, muss bestimmte Impfungen, wie die Impfung gegen Masern nachweisen. Hierzu sollte man sich dringend informieren, denn die Impfungen können je nach Land ziemlich unterschiedlich zu Deutschland sein.

Bestimmte Untersuchungen wie zum Beispiel ein Hörtest oder der Metabolismus Test des Blutes sind in Neuseeland kostenfrei und werden teilweise noch im Krankenhaus oder zu Hause mit der Hebamme erledigt! Daher empfehlen wir nach der sechsten Woche der Geburt, einen Termin bei einem Arzt wahrzunehmen, sich um die Immunisierung und regelmäßigen check ups seines Kindes zu kümmern.

Wissenswert ist an dieser Stelle, dass die Impfstoffe für Kinder, welche in Neuseeland geboren wurden, zuzahlungsfrei oder generell kostenfrei sind. Es werden nur die Kosten des Arztes oder der Schwester bezahlt.

Man sollte, insofern man eine Auslandskrankenversicherung besitzt, vorher checken, ob eventuell anfallende Kosten für Termine oder Impfstoffe übernommen werden, wenn man schon auf Reisen ist.

Aus unserer Erfahrung können wir folgendes berichten:

Nachdem wir von unserer Hebamme die Schlussuntersuchung bekommen haben, übergab sie uns mit einer kleinen Zusammenfassung dem Hausarzt. Dies fand nach der sechsten Alterswoche unseres Kindes statt. Der Hausarzt konnte selber ausgesucht werden. Nach Terminvereinbarung und vorstellig werden, konnten wir unsere Daten und Kopien unserer Reisepässe in der Praxis lassen. Wenige Tage danach hatten wir einen Termin zum Impfen. Alle Impfungen für Kinder, welche in Neuseeland zur Welt kommen, sind frei – egal ob neuseeländischer Staatsbürger oder nicht! So bezahlten wir nur die Kosten, welche den Arzt oder die Schwester betrafen und nicht die Kosten der Impfstoffe. In der sechsten Woche bekommt man in Neuseeland unter anderem Impfungen gegen Krankheiten oder Keime wie Rotaviren, Diphtherie, Tetanus usw..

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Unser Geburtsbericht

Eine Geburt im Geburtshaus, so natürlich wie möglich, mit Sam unserer Hebamme, Markus, mir und unserem Kind. So viel zum Plan. So naiv zu glauben dass Geburten gänzlich wie geplant verlaufen, war ich natürlich nicht. Dass aber so rein gar nichts klappen wollte, darauf hatte ich mich nicht eingestellt. Ich mache bis zuletzt Yoga, gehe auch im bergigen Auckland ausgedehnt spazieren, bin fit und voller Motivation. Meine Einstellung: Tschakaaa, komm nur ran Geburt! Ich freue mich auf diesen Tag, auf unser neues Menschlein, bin so neugierig, wissen wir ja das Geschlecht noch nicht. Entbindungstermin ist der 09.06.20, am Nachmittag des 04.06 fangen die ersten Wehen an. Mit Sam ist Folgendes ausgemacht: Wir treffen uns im Geburtshaus, wenn die Wehen alle 3 Minuten kommen, für 1 Minute anhalten und dieser Zustand für mindestens 1 bis 2 Stunden anhielt.
Noch Zeit, denken wir uns, gehen 22 Uhr raus für einen Spaziergang, holen uns am Take-away noch ein Stück Pizza. Zurück in unserem Zimmer legen wir uns ins Bett und schlafen noch mal eine Nacht, versuchen noch mal Kraft zu tanken. Das funktionierte sogar recht gut, ich wache circa alle 30 Minuten auf, bemerkte eine Wehe, gehe auf die Toilette und legte mich wieder hin. So die ganze Nacht. Am Freitag, den 05.06.20 nimmt die ganze Sache dann Fahrt auf, die Abstände zwischen den Wehen werden kürzer und zunehmend länger. Ich informiere Samantha, alles sieht so aus, als ob wir die nächste Nacht im Geburtshaus verbringen.
22 Uhr ist es dann endlich soweit, Wehen alle 3 Minuten, 1 Minute lang und so weiter, ihr kennt das Spiel :). Zu dieser Zeit ist es mir auch fast egal was der Wehentracker sagt. Die Wehen sind bereits so schmerzhaft das ich mich langsam nach Betreuung unserer Hebamme sehne.
Exakt 23 Uhr sind wir im Geburtshaus. Sam kontrolliert zu Beginn meinen Muttermund, 4 cm. Wir sind alle stolz :). Sie bemerkt aber auch sofort, dass unser Kind noch nicht ganz richtig liegt. Mit dem Köpfchen nach unten aber der Kopf ist nicht auf der Brust, sondern im Nacken und der Körper nach oben wie eine Schraube gedreht. Wir versuchen mit verschiedensten Techniken das Kind in die richtige Position zu bringen. Ich stehe abwechselnd mit dem Rücken an einer Wand, sitze auf einem Ball, stütze mich kopfüber von einer Couch ab, während Markus oder Sam mit Tüchern an mir rütteln, um uns näher ans Ziel zu bringen. Die Herztöne sahen zu jeder Zeit prächtig aus. Ich habe Wehen, teilweise drei Stück in fünf Minuten, allerdings total unregelmäßig. Sie werden immer stärker und mir fällt es zunehmend schwer mich zu konzentrieren, jede Wehe fühlt sich schmerzhafter, und ich, verkrampfter an. Ein neuer Tag beginnt, es ist der 06.06.20, 4 Uhr kontrollieren wir nochmals den Muttermund, immer noch 4 cm. Puh, na gut weiter! Ins Krankenhaus will ich nicht, habe ich doch schon allerhand Gruselgeschichten aus deutschen Kreißsälen gelesen. Um 6 Uhr befinde ich mich in der Wanne, ich zittere, fühle mich kraftlos und sage leise zu Markus: ,,Ich glaub, ich schaff das nicht mehr.“
Halb 7 kontrollieren wir noch mal und hoffen auf Fortschritt. Nichts da, 4 cm. Ich will ins Krankenhaus, Sam sieht es genau so, wir organisieren den Transport. Das Geburtshaus liegt keine 5 Autominuten vom Krankenhaus entfernt. Der Transport kommt mir dennoch ewig vor, ich verliere zwischenzeitlich völlig die Kontrolle über mich, ich weine, ich bettele nach einer PDA, einem Kaiserschnitt, zwischendurch darum zu sterben. Eine Dramaqueen bin ich eigentlich nicht 🙂
Im Krankenhaus bekommen wir schnell eine ,,Birthing Unit“ für uns. Sam begleitet uns weiter, bereitet uns aber schon darauf vor, dass sie verständlicherweise nicht ewig da bleiben kann und uns irgendwann an eine Hebamme des Krankenhauses übergeben wird.
9 Uhr bekomme ich die PDA und kann mich endlich wieder sammeln. Danach öffnet Sam meine Fruchtblase, wir erhoffen uns, dass die Geburt dadurch endlich schneller vorangeht. Leider brachte dies nicht den gewünschten Effekt.
Wir versuchen nun die Wehen künstlich mit Oxytocin zu kontrollieren und unser Kind weiterhin, mit allerhand Bewegung und Gerüttel, in die gewünschte Position zu bringen.
Und ab jetzt können wir es kurz machen, 20:30 Uhr wer hätte es gedacht, 4 cm! Difficult labor progress, nannten sie es.
Um 21:34 Uhr wurde unser Kind per Kaiserschnitt geholt, ein Junge. 
Abschließend kann ich das Auckland City Hospital nur loben. Meine Angst war völlig unbegründet! Durch die recht lange Geburt habe ich 3 Hebammen kennenlernen dürfen. Eine herzlicher als die andere. Die Anästhesistin, welche mir die PDA verabreichte, streichelte mir den Rücken und sagte: ,,Almost done, Darling.“
Das Team im OP Saal hat es geschafft, unsere mehr als holprige Geburt, zu einem trotzdem wunderschönen und emotionalen Ereignis zu machen. Ich war die gesamte Zeit wach und ansprechbar. Eine der OP Schwestern stand immer neben mir, erklärte mir jeden Schritt, wie es sich gleich anfühlen wird, was als nächstes passiert. Sie erkundigte sich immer wieder nach meinem Befinden. Zu meiner anderen Seite stand Markus. Noch bevor ich in den OP geschoben wurde, hörte ich jemanden fragen ob wir eine Kamera dabei hätten. Klar haben wir! Selbst hätten wir wahrscheinlich keine Fotos gemacht, aber sogar dafür wurde im OP gesorgt.

Ein dickes Danke!

Wir hoffen ihr konntet aus den auf dieser Seite enthaltenen Informationen und Ratschlägen das Wichtigste für euch herausziehen! Wir wünschen euch alles Gute!

Liebe Grüße
Markus und Anna